Viele Wehre im Kocher hindern die Fische
rk
Zurück auf viele Aktivitäten und nach vorne auf große Pläne können die Vereine der "Fischerei-Hegegemeinschaft Kocher" schauen. Der Zusammenschluss der Fischer von der Kochermündung bis Künzelsau soll bald Früchte tragen.

Die beiden Vorsitzenden der seit 2003 bestehenden Hegegemeinschaft haben in einem umfangreichen Bericht einen Rückblick auf das Jahr 2004 vorgelegt. Wilfried Hirschläger und Marco Sander erläuterten, dass insbesondere auf die Schulung der Gewässerwarte viel Wert gelegt wurde.
Bei diesen Schulungen für die neun Fischereivereine, die am Kocher nicht nur die Angel ins Wasser halten, sondern sich intensiv um die Hege und Pflege kümmern, ging es um biologische Gewässeruntersuchungen, chemische Gewässeranalysen, Netzbefischungen zur Bestandserhebung und anderes mehr. Als Ziele der Hegegemeinschaft hebt Wilfried Hirschläger das "Streben nach Ganzheitlichkeit der Hege und der Bewirtschaftung am gesamten Kocher" hervor. Kurz ausgedrückt, so der Hardthausener: Die Ressourcen sollen zusammengefasst werden.
Eine dringliche Aufgabe der Gemeinschaft, so Hirschläger, ist die Durchgängigkeit der Gewässer. Vertreter der Langzeit-Distanz-Wanderfische, wie zum Beispiel der Lachs oder der Maifisch, sind im Kocher gänzlich ausgestorben, weil es für ihre Wanderungen vom Meer bis in den oberen Teil des Kochers die Durchgängigkeit fehlt. Allein im Kocherabschnitt zwischen Bad Friedrichshall und Morsbach liegen 17 Wehre, das heißt, im Durchschnitt alle 3,5 Kilometer eines. Davon sind lediglich sieben für Fische passierbar. Die Hegegemeinschaft fordert, dies zu ändern.
Doch es gab auch Erfreuliches im vergangenen Jahr. Bei Elektrobefischungen konnten Gewässerbiologen immerhin 28 Fischarten nachweisen. Das Vorkommen von weiteren vier Arten ist bekannt.