Raue Rampe entsteht am Jagstwehr Ruchsen
Von Cordula Dürr
650 Tonnen Wasserbausteine, 108 Kubikmeter Beton und 30 Kubikmeter Kies wurden dieser Tage am Jagst-Wehr in Möckmühl-Ruchsen verbaut, um Fischen den Aufstieg vom Niederwasser ins Oberwasser zu ermöglichen.
Jede Menge Material wurde hier am Jagst-Wehr in Möckmühl-Ruchsen verbaut, um Fischen den Aufstieg vom Niederwasser ins Oberwasser zu ermöglichen.
Eine so genannte "raue Rampe" soll die längst verfallene Fischtreppe neben der Staumauer ersetzen. Die Rampe ist 66 Meter lang und etwa 3,5 Meter breit und lässt über ein Gefälle von 4,5 Prozent etwa 600 Liter Wasser pro Sekunde passieren. Gefordert wurde die Baumaßnahme vom Landratsamt Heilbronn, das sich an den Wasserrahmenrichtlinien der EU orientiert.
Die Kosten von 48 000 Euro sind vom Nutzer der Staustufe, dem Kraftwerksbetreiber Josef Held, zu tragen. Er ist auch zuständig für das Wehr in Züttlingen, wo im Spätsommer dieselbe Aktion durchgeführt wird. Die Erlaubnis, Wasser der Flüsse zur Energiegewinnung zu nutzen ist, wie der für die Maßnahme zuständige Bautechniker Josef Held vom Regierungspräsidium Stuttgart erläuterte, ein Privileg, das eben auch mit Auflagen verbunden ist. Diesbezüglich arbeite seine Behörde eng mit dem Landratsamt zusammen, fügte Held hinzu.
Der Begriff raue Rampe erklärt sich durch die aufrechtstehenden in Beton und Kies eingebetteten Störsteine, die die Fließgeschwindigkeit des Wassers reduzieren und durch die Wirbelbildung zu einer Sauerstoffanreicherung beitragen.
Im Verlauf der Rinne sind vier Ruhebecken eingebaut, in denen die Fische ihren Aufstieg unterbrechen können. Ein Biotop, das in diesem Zusammenhang im oberen Bereich des Wehrs, unmittelbar neben der Rampe realisiert wurde, entstand auf Initiative des Fischereivereins Ruchsen. Er übernimmt auch die Baukosten und sorgt künftig für Ordnung im Uferbereich.
Die Unterhaltungskosten für das Biotop übernimmt das Regierungspräsidium. Das Biotop ist etwa 250 Quadratmeter groß, maximal 1,5 Meter tief und soll Fischen und anderem Wassergetier als Brutstätte dienen. Die von vielen Möckmühlern gern genutzte Badestelle verlagert sich etwas nach rechts. Um den Einstieg zu erleichtern, sind auch hier einige Steinblöcke versenkt worden.
Das Gelände im Bereich des Wehrs ist durch den Einsatz von schwerem Gerät arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Es soll aber, wie Zeller versicherte, so schnell wie möglich begrünt werden.

29.06.2005 00:00