In der Flussaue entsteht ein Biotop
Von Barbara Barth
Das Regierungspräsidium Stuttgart, die Stadt Widdern und der örtliche Fischereiverein sind sich einig: Die Leuterswiesen an der Jagst auf dem Weg nach Olnhausen sollen ein Auebiotop werden.
An dieser Stelle der Jagst soll einmal ein Auebiotop entstehen: Karl-Heinz Walch vom Fischereiverein Widdern verfolgt diese Idee seit 12 Jahren. "Wir müssen sehen, wo das Geld dafür herkommt", sagt er.
Einstimmig segnete der Gemeinderat jetzt die vorgelegte Planung ab und beauftragte die Verwaltung damit, das Wasserrechtsverfahren einzuleiten.
Die Idee stammt vom Fischereivereinsvorsitzenden Karl-Heinz Walch. Seine Motivation: Rückzugs- und Ruhezonen für Brut und Jungfische und Schutzmöglichkeiten bei Hochwasser zu schaffen. Das Regierungspräsidium verfolgt die Intention, die Jagst mit einer natürlichen Flusslandschaft weiter ökologisch aufzuwerten. Die Stadt Widdern schließlich kann mit der Maßnahme ihr Öko-Konto aufbessern, um es bei künftigen Bauleitplanungen einzusetzen.
So wie Widdern mit der Freilegung der alten Weinberge am Jagsthang Pluspunkte sammeln konnte, so würde auch das Auebiotop dem Ökokonto gutgeschrieben und für spätere Baumaßnahmen als Ausgleich angerechnet werden.
Zur Zeit rückt eine Realisierung zwar in einige Ferne, weil das Geld fehlt, aber die planungsrechtlichen Voraussetzungen will die Stadt schon mal schaffen. Wenn finanziell bessere Zeiten anbrechen sollten, wäre Widdern startbereit. Stadtrat Stefan Kummer regte auch an, sich über eventuelle Zuschüsse beizeiten zu informieren.
Was das Ganze kostet, ist noch nicht errechnet. Der Fischereiverein packt aber mit an. So hat er bereits damit begonnen, alte Pappeln auf dem Flurstück 13/8 zu fällen. Für das künftige Biotop müssen alle Bäume sukzessive weg. Die Abteilung Umwelt des Regierungspräsidiums, die die Planung erstellt hat, schlägt vor, das Vorland abzusenken. Dadurch wird der Querschnitt des Flusses aufgeweitet. Die neue Sohle soll 20 Zentimeter unterhalb des Niedrigwasserspiegels liegen. So entsteht ein neues Mittelwasserbett. Leicht gesteuert wird das Gewässer nur an einer Stelle mit einer befestigten Buhne. Ansonsten bleibt die Jagst sich selbst überlassen. Um ihr Eigendynamik zu geben, wird auch die Uferbefestigung des gegenüberliegenden Ufers (Flurstück 2828) entfernt. Beide Flurstücke sind im Eigentum der Stadt.
Mit der Aufweitung des Gewässers wird erreicht, dass strömungsempfindliche Pflanzen Lebensraum finden, Fische und Amphibien erhalten Laichzonen.
Das Auebiotop soll wechselnde Wassertiefen von null bis 60 Zentimetern haben, die Wasserfläche beträgt rund 1500 Quadratmeter. Für den Erdaushub müssen 11 400 Kubikmeter bewegt werden.
Eine Bepflanzung des Biotops ist nur zum Zwecke der Beschattung vorgesehen. "Lassen statt machen" heißt ansonsten die Devise. Mit der Unterhaltung des künftigen Auebiotops hat Widdern nichts zu tun. Diese wird vom Regierungspräsidium durchgeführt.
 

An dieser Stelle der Jagst soll einmal ein Auebiotop entstehen: Karl-Heinz Walch vom Fischereiverein Widdern verfolgt diese Idee seit 12 Jahren. "Wir müssen sehen, wo das Geld dafür herkommt", sagt er. (Foto: Thomas Heck/Archiv)